Klaus Kosacks Bonner Wetterhistorie

Wieder ein zu milder Winter und der Sommer erneut zu trocken?

Um Fragen wie diese dreht es sich in Zeiten des Klimawandels immer wieder.

Daher freuen wir uns außerordentlich, Ihnen ab Juni 2020 einen Blick in die jüngere Bonner Wetterhistorie präsentieren zu können.

Die in den Monatsrückschauen aufgeführten Daten stammen von Klaus Kosack, einem regional bekannten Diplom-Geographen und ehemaligen Chef-Statistiker der Stadt Bonn. Für seine Erhebungen greift Klaus Kosack auf die aktuellen Daten der Wetterstation Bonn- Endenich der Uni Bonn und Daten aus seiner Wetterhistorie zurück.

Sehr launiger April 2022

Der grade abgelaufene April war etwas zu warm und hatte viel Sonne und wenig Regen. Überdies war er stürmisch und bescherte Bonn am 2. April die erste geschlossene Schneedecke des Jahres. Dieses Fazit zieht der ehemalige Chefstatistiker der Stadt Bonn, Klaus Kosack am Ende des Monats. Dabei greift er auf die aktuellen Daten der Wetterstation Bonn- Endenich der Uni Bonn und Daten aus seiner Wetterhistorie zurück.

•  Temperatur: Der grade abgelaufene April 2022 wies eine Durchschnittstemperatur von 10,7 Grad Celsius auf und war damit um 1,1 Grad Celsius wärmer als im Durchschnitt der letzten 127 Jahre. Damit belegt der April 2022 den Platz 31 in den Bonner Wetterannalen seit 1895. und reihte sich zwischen den April 2005 und 1953 ein. Den bisher mildesten April hatten wir in Bonn im Jahre 2018 mit 15,0 Grad Celsius, 1917 wurde der kälteste April mit 5,7 Grad Celsius gemessen. Kurios war der Temperaturverlauf: Der wärmste Tag war der 12. April mit 24,5 Grad Celsius, zehn Tage früher wurde mit minus 0,1 Grad Celsius die niedrigste Temperatur gemessen. Im April gab es einen Frosttag, vermutlich der Letzte im Frühjahr 2022. Sieben Mal wurde im April die 20 Grad Celsius-Marke überschritten. In der zweiten Dekade gab es schon drei Tage, wo die Heizung abgestellt werden konnte.

•  Sonne: Das teilweise stabile Aprilwetter gab der Sonne durchaus Chancen: Insgesamt schien sie 202 Stunden, 36 Stunden mehr als im langjährigen Mittel. Damit übertrafen alle Monate des Jahres 2022 ihr Soll. An acht Tagen schien sie mehr als zwölf Stunden, an zwei Tagen überhaupt nicht. 2022 schien die Sonne schon 607 Stunden, 194 Stunden mehr als im langjährigen Mittel. Im März 2022 schien die Sonne 47 Stunden mehr. Das Jahr 2022 bescherte Bonn schon 32 Sonnentage, ein neuer Rekord für die ersten vier Monate des Jahres.

•  Niederschlag: Wie der März blieb der April beim Regen hinter seinem Soll zurück: Nur 34 Liter pro Quadratmeter kamen herunter, dass sind nur 77 Prozent des Solls. Mit einem Paukenschlag eröffnete der April die Niederschlagsbilanz: Am 2. gab es die erste geschlossene Schneedecke von 2 cm in diesem Jahr, die schon einen Tag später wieder abgetaut war. Gut zwei Drittel der Niederschläge kamen in der ersten Dekade herunter. Konsequenzen hatten die Niederschläge der ersten Dekade auf den Rheinpegel: Am 11. wurde mit 5,74 m Pegelstand bereits das vierte kleine Hochwasser beobachtet, verbunden mit dem zweithöchsten Pegelstand des Jahres.

 

Inhaltlich verantwortlich: Klaus Kosack, Annaberger Str. 212, 53175 Bonn